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Kulturwiss.
 

 
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EUE RHETORIK
Herausgegeben von
Joachim Knape
 

Becker, Nils: Überzeugen im erotischen Partnerwerbungsgespräch
(Neue Rhetorik, Band 2)
ISBN 978-3-89693-
538-0 (08/2009)
370 Seiten, 22 x 15 cm, 7 Abb., Kt., EUR 48,00
 
Flirten und Verführen sind Themen, die in den Medien, in der Ratgeberliteratur und auch in der Kommunikationsforschung einen rasanten Aufschwung erfahren. Man interessiert sich für Strategien und Taktiken, die den kommunikativen Erfolg beim anderen Geschlecht garantieren sollen. Im vorliegenden Band geht Nils Becker dem Phänomen der erotischen Partnerwerbung erstmals aus einer gesprächsanalytischen Perspektive auf den Grund. Nach einem umfangreichen Überblick über die Forschungslandschaft setzt sich der Autor ausführlich mit den Handlungsempfehlungen der modernen, vom Neuro-Linguistischen-Programmieren (NLP) und evolutionspsychologischen Theoremen beeinflussten ‚Verführungssysteme‘ US-amerikanischer Provenienz auseinander. An einem innovativen, computervermittelten Gesprächsexperiment führt er sodann seine rhetorischen Analysen vor und fragt, mittels welcher Sprachhandlungen Männer und Frauen tatsächlich versuchen, ihre Umworbenen von sich als Flirt- oder Beziehungspartner zu überzeugen. Das Buch legt damit den Grundstein für zukünftige Untersuchungen der von der bisherigen Forschung völlig vernachlässigten sprachlich-strategischen Dimension der Partnerwerbung.

Inhalt
 
Vorwort
I. Einleitung
1. Hinführung zum Thema
2. Gegenstand
3. Allgemeiner Forschungshintergrund
4. Zielsetzung
5. Datenbasis und Methode
6. Zum Aufbau der Arbeit
II. Grundlegung des rhetoriktheoretischen Rahmens
1. Fundamentalrhetorik: Was ist rhetorische Kommunikation?
1.1 Rhetorische Kommunikation ist persuasives Handeln
1.2 Rhetorische Kommunikation ist wahrscheinliche Effektivität zwischen Notwendigkeit und Zufall
2. Die erotische Persuasion als Gegenstand der Rhetorikforschung
III. Die Forschungsliteratur zur Courtship Kommunikation
1. Zum allgemeinen Forschungshintergrund
2. Typen heterosexueller Beziehungen
3. Settings der Kontaktanbahnung
3.1 Soziale Settings
3.2 Lokale Settings
4. Zur Entstehung und Entwicklung heterosexueller Beziehungen
4.1 Phasenmodelle
4.2 Wende- und Eskalationspunkte
4.3 Eskalations- und Interaktionsskripten
4.3.1 Zur Eskalation romantischer Liebesbeziehungen
4.3.2 Zum Gesprächsverlauf von Erstbegegnungen
4.3.3 Zum Interaktionsverlauf von Erstbegegnungen
4.3.4 Zum Interaktionsverlauf von ersten ‚Dates‘
4.3.5 Zum Interaktionsverlauf von ‚One-Night-Stands‘
4.3.6 Zum Interaktionsverlauf des sexuellen Intimverkehrs
4.4 Wege zur sexuellen Intimität
5. Zur strategischen Aushandlung heterosexueller Beziehungen
5.1 Zur Flirtkommunikation
5.2 Kommunikationsaufgaben und -pläne für eine Erstbegegnung
5.3 Strategien zur Aushandlung des Erstkontakts
5.3.1 Strategien zur nonverbalen Kontaktherstellung
5.3.2 Strategien zur verbalen Kontaktherstellung
5.3.3 Strategien zur Kontaktverweigerung
5.4 Strategien zum Rückzug aus einer Unterhaltung
5.5 Strategien zur Generierung von Sympathie und Anziehung
5.6 Strategien zur Prüfung von Sympathie und Anziehung
5.7 Strategien zur Generierung erotischer Attraktion und Beziehungsintimität
5.8 Strategien zur Aushandlung sexueller Intimität
5.8.1 Strategien zur Anbahnung sexueller Aktivitäten
5.8.2 Strategien zur Verweigerung sexueller Aktivitäten
6. Zusammenfassung der Forschung zur Courtship-Kommunikation
6.1 Zur Entstehung und Entwicklung heterosexueller Beziehungen
6.2 Zur strategischen Aushandlung heterosexueller Beziehungen
IV. Eine rhetorische Untersuchung ausgewählter Ratgeber zur Verführungskommunikation
1. Selbstdarstellungsmerkmale erfolgreicher und erfolgloser Verführer
1.1 Die evolutionspsychologische Begründung
1.2 Attraktive Selbstdarstellungsmerkmale des „Alpha-Mannes“
1.2.1 Dominanz
1.2.2 Selbstvertrauen
1.2.3 Humor
1.2.4 Verspieltheit
1.2.5 Einzigartigkeit und Originalität
1.2.6 Unberechenbarkeit und Unkontrollierbarkeit
1.3 Unattraktive Selbstdarstellungsmerkmale des „netten Kumpels“
1.4 Weitere unattraktive Selbstdarstellungsmerkmale
1.4.1 Wut und Verärgerung
1.4.2 Eifersucht
1.4.3 Anhänglichkeit und Bedürftigkeit
1.4.4 Angst, Unsicherheit und Nervosität
1.4.5 Unattraktive Selbstdarstellungsmerkmale nach Xuma
2. Settings der Kontaktanbahnung
2.1 Das Ansprechen von Frauen in Gruppen
2.2 Die Konstellation sozialer Rollen
2.3 Keanu J. Jagger: „Situational Opener Technology“
2.4 Chris Vetter: „Die Kunst des Flirtens“
2.5 Der „Fast Seduction 101 Player Guide“
3. „Opener“ – Verbale Taktiken und Strategien zur Gesprächseröffnung
3.1 Einleitung
3.2 Syntax eines „Eindringlings“
3.3 Syntaktik der verschiedenen „Opener“-Typen
3.3.1 Der Ratgebungs-Opener
3.3.2 Der Kompliment-Opener
3.3.3 Der direkte Opener
3.3.4 Der Drama-Opener
3.3.5 Der Beleidigungs-Opener
3.3.6 Der Witz-Opener
3.3.7 Der Meinungs-Opener
3.3.8 Der Rollenspiel-Opener
3.3.9 Der situationale Opener
3.3.10 Der informationssuchende Opener
3.3.11 Der Beobachtungsfragen-Opener
4. Gesprächsstrategien und -taktiken für eine erotisch attraktive Selbstdarstellung
4.1 Rahmen und Meta-Rahmen
4.1.1 Definition
4.1.2 Die persuasive Effektivität der Rahmung und Meta-Rahmung
4.2 Offene Schleifen
4.2.1 Offene Konversationsschleifen
4.2.2 Die offene „Es gibt da etwas an ihr“-Schleife
4.2.3 Die offene „Sie will Dir etwas Interessantes erzählen“-Schleife
4.2.4 Offene Aufzählungsschleifen
4.2.5 Offene Schweigeschleifen
4.3 Drücken und Ziehen
4.3.1 Die persuasive Effektivität des Drückens und Ziehens
4.4 Qualifizieren und Herausfordern
4.5 Umgang mit weiblichen Kompetenztests
4.5.1 Tests von Frauen zur Prüfung der kommunikativen Kompetenz von Männern
4.5.2 Weibliche Rahmen: Definition und Begründung
4.5.3 Umdeutung weiblicher Kompetenztests
4.6 Das Eruieren von Werten
4.6.1 Zwei Arten von Werten: Mittel- und Zweck-Werte
4.6.2 Die Kompatibilität von Werten
4.6.3 Drei Arten der Zweck-Wert-Ausrichtungen
4.6.4 Anweisungen für das Eruieren von Werten im Gespräch
5. Zusammenfassung der Ratgeberliteratur zur Verführungskommunikation
V. Eine rhetorische Untersuchung heterosexueller Courtship-Erstkontaktgespräche
1. Kritik der Forschungs- und Ratgeberliteratur und Aufweis von Desideraten
2. Datenerhebung: Ein computervermitteltes Kommunikations-Rollenspiel
3. Zum theoretisch-methodischen Hintergrund der folgenden Analysen
3.1 Ein Interaktionsprozessmodell rhetorischer Face-to-Face-Kommunikation
3.2 Sprechhandlungs- und gesprächstheoretische Grundlagen
3.3 Rhetorisches Handeln in Gesprächen
3.4 Ein Rahmenhandlungsplan der männlichen Partnerwerbung
3.5 Ziel und Methode der Analyse
4. Exemplarische Analysen zu den Gesprächen der POSITIV- und NEUTRAL-Gruppe mit positivem Ausgang
4.1 Analyse der Gesprächseröffnungsphase in den drei Settings
4.1.1 Gesprächseröffnungen im Setting „Café“
4.1.2 Gesprächseröffnungen im Setting „Park“
4.1.3 Gesprächseröffnungen im Setting „Party“
4.2 Analyse eines vollständigen Gesprächs der POSITIV-Gruppe
4.2.1 Die Phase der Kontaktanbahnung
4.2.2 Die Phase der Etablierung des Gesprächs
4.2.3 Die Phase der Passungsexploration zweier Persönlichkeiten
4.2.4 Die Phase der Aushandlung einer zukünftigen Fortsetzung des Kontakts
4.2.5 Die Phase der Auflösung des Kontakts
4.3 Analyse eines vollständigen Gesprächs der NEUTRAL-Gruppe
4.3.1 Die Phase der Kontaktanbahnung
4.3.2 Die Phase der Etablierung des Gesprächs
4.3.3 Die Phase der Passungsexploration zweier Persönlichkeiten
4.3.4 Die Phase der Auflösung des Kontakts und der Aushandlung einer zukünftigen Fortsetzung des Kontakts
4.4 Analyse dreier typischer Verabredungs- und Verabschiedungssequenzen
5. Exemplarische Analysen von Widerständen gegen verschiedene Teilziele des Rahmenhandlungsplans
5.1 Widerstand in heterosexuellen Courtship-Erstkontaktgesprächen
5.1.1 Image – Höflichkeit – Effektivität: Das Problem der konträren Ziele
5.1.2 Die Bedeutung von Strategien beim Widerstandleisten
5.1.3 Widerstandsstrategien in Courtship-Erstkontaktgesprächen
5.1.4 Scheinwiderstand
5.2 Das Untersuchungskorpus
5.3 Teilziel „Kontakt herstellen“
5.4 Teilziel „Gesprächsmotivierung“
5.4.1 Gesprächsbeendigung signalisieren
5.5 Teilziel „Kennenlernen“
5.6 Teilziel „Sympathie gewinnen“
5.6.1 Komplimente als Widerstandsfaktoren
5.7 Teilziel „Sympathie und Passung prüfen“
5.8 Teilziel „Verabredung treffen“
5.9 Teilziel „Kontakt beenden“
5.10 Anregungen für weitere Untersuchungen zum Widerstandsproblem
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
6.1 Eine Auflistung der von den Untersuchungsteilnehmern in ihre Gesprächskommentaren beschriebenen Gesprächsintentionen
6.1.1 Die lokalen Gesprächsintentionen der Männer
6.1.2 Die lokalen Gesprächsintentionen der Frauen aus den Gesprächen mit positivem Ausgang
6.1.3 Die lokalen Gesprächsintentionen der Frauen aus den Gesprächen mit negativem Ausgang
6.2 Ein schematischer Überblick über die Handlungsstruktur der Courtship-Erstkontaktgespräche des Korpus
VI. Schlussbetrachtung
1. Zusammenfassung der Untersuchung
2. Ausblick
VII. Literaturverzeichnis
1. Wissenschaftliche Literatur
2. Ratgeberliteratur
VIII. Register zu Namen und Sachen