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Janczak, Joachim: Asphalt & Seife
Ein Poem in Sonetten
mit 17 Zeichnungen von Rolf Michael Jancak
ISBN 3-925191-19-4 (1996)
48 Seiten, 17 Zeichnungen, Ebr, EUR 12,50

Joachim Janczaks Poem entrollt biblisch-mythische Menschheits- und Zeitgeschichte in einem, und zwar messerscharf auf der Schnittkante postnuklearer Zukunft. Philosophisch-historisch, dramatisch-lyrisch – immer will er das Gedicht der Gedichte schreiben. Der Sonetten-Zyklus als Rahmen –und immer wieder fällt seine banal-barocke Bildersprache aus dem Rahmen, um taumelnd nach dem Erlösungswort zu hecheln. Shakespeare und Richard Wagner. Janczak greift nach den Sternen, grenzüberschreitend. Die Gosse wird zur Milchstraße und umgekehrt: Verdautes und Unverdautes, Schrott und Erhabenes, Banales und Barockes, Klinisches und Geklontes, Christentum und Förstertum, die schaumgeborene Venus und die seifenschaumgeborene Klementine, alles wird in Jamben gejagt, zu Verspaaren getrieben. Um sich seiner selbst zu vergewissern und um der Komplexität der Verhältnisse standzuhalten, hat ASPHALT & SEIFE – nicht nur typographisch –in sich permanent (mindestens) zwei Simultanebenen.
Der Gedichtband ist ein ganz seltenes Ereignis, eine Sensation; denn bisher gab es nur Brudermord in der männlich-menschlichen Geschichte. Hier vereinigt sich ein brüderliches Künstlerdoppel, deutsch-polnische Gastarbeiterkinder der dritten Generation. Und der Zeichner mit C verschwindet auf keinen Fall hinter dem Poeten mit CZ. Die Zeichnungen, die an urzeitliche Höhlenmalerei erinnern, geben dem Band gewissermaßen die vierte Dimension, kongenial. Ein absolut schönes Buch – in Gestalt und Gestaltung.